Studie: Lohnt sich ein hybrides 24/7-Trainingssystem im Fitnessstudio
Die vorliegende Untersuchung analysiert das Trainingsverhalten von Mitgliedern eines Fitnessstudios mit durchgehendem 24/7-Betrieb auf Basis von rund 1,6 Millionen objektiv erfassten Check-ins im Zeitraum von 2021 bis 2024. Ziel war es, zeitliche Nutzungsmuster zu identifizieren, den Einfluss von Alter, Geschlecht und Tarifstruktur zu bewerten sowie die Relevanz nächtlicher Trainingszeiten zu erfassen.
Mittels einer repräsentativen Stichprobe von 200.000 Datensätzen wurden sowohl deskriptive Analysen als auch multiple Regressionsmodelle durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen eine deutliche Konzentration der Nutzung auf die Abendstunden zwischen 17:00 und 21:00 Uhr. Rund 16 % der Trainingseinheiten fanden nachts zwischen 22:00 und 06:00 Uhr statt – ein signifikanter Hinweis auf die reale Nutzung des erweiterten Öffnungsangebots.
Besonders aktiv in den Nachtstunden sind jüngere männliche Mitglieder, während ältere und weibliche Personen tendenziell früher am Tag trainieren. Auch die Tarifstruktur beeinflusst das zeitliche Trainingsverhalten: Flex- und Online-Tarife werden häufiger in Randzeiten genutzt. Regressionsanalysen bestätigen den negativen Zusammenhang zwischen Alter und Nachttraining sowie eine geschlechtsspezifisch reduzierte Trainingsfrequenz bei Frauen.
Die Ergebnisse unterstreichen die strategische Bedeutung des 24/7-Konzepts und bieten wertvolle Ansätze zur zielgruppenspezifischen Angebotsentwicklung, Personalplanung und Marketingsteuerung. Gleichzeitig zeigen sich methodische Grenzen aufgrund fehlender Kontextdaten (z. B. Trainingsdauer, Motivation), die in zukünftigen Studien durch qualitative Elemente ergänzt werden sollten.
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